Der Spittel (Vereinsdomizil für fast 60 Jahre)

Hospitalskapelle zum Heiligen Geist in Gudensberg

Spittel um 1900 - Mit freundlicher Unterstützung des landesgeschichtliche Informationssystem HessenDas ehemalige Siechenhaus zählt mit Das Spittel heuteder Stadtkirche zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Seine Erbauung geht auf eine Stiftung im Jahre 1365 zurück, an der mehrere Personen, überwiegend Burgmann der Obernburg beteiligt waren. Sie stifteten „um Ihrer Seelen Seligkeit willen“ Grundbesitz oder verzichteten auf Bareinnahmen zugunsten des Hospitals. Damit bildeten sie den Grundstock zur Errichtung dieses zweigeschossigen Steingebäudes mit Glockentürmchen, dessen Standort mit dem Hinweis bezeichnet war:
 „Gelegen außerhalb der Mauer der Stadt, neben der Gosse“ (ein Bachlauf).
Vereinsraum im Erdgeschoss Der östliche Gebäudeteil war eine beide Geschosse umfassende, dem heiligen Kreuz geweihte Kapelle, während der westliche Teil als Aufenthaltsraum mit Schlafsaal für am Aussatz erkrankte Sieche eingerichtet war. Wegen der Infektionsgefahr mussten sie ihr außerhalb der Stadt ihr Dasein fristen. Durch eine Öffnung in der InnenwProbenraum im Obergeschossand konnten Sie den täglichen Gottesdienst mit Messopfer miterleben.
Die Siechenhäuser wurden an Landstraßen errichtet, damit die Insassen von den Vorüberziehenden Almosen empfangen konnten. In der Nordwand des Gebäudes ist noch erkennbar, wo sich die Öffnung für einen Drehteller befand, über den die Almosen an die Siechen gelangen konnten.
An der Westwand befiSpittelskirchendet sich über dem Eingang ein spätgotisches Steinrelief (Christus am Kreuz).
Die Original Chattengauer erhielten 1977 von der evangelischen Kirchengemeinde die Hospitalskapelle (Spittel genannt) als Übungs- und Vereinsräumlichkeit. Bis dahin wurden die Räume durch die evangelische Kirchengemeinde aSpittelskirchels Jungendbegegnungsstätte und während der Renovierung der Stadtkirche als Gottesdienstraum genutzt.
Seit dieser Zeit wurden die wöchentlich stattfindenen Übungsabende und viele Vereinsfestlichkeiten im Spttel abgehalten.
Die letzte Renovierung fand 2004 statt. Hierbei wurde die alte Elektroheizung durch eine moderne Gasheizung ersetzt und die Räumen so restauriert, dass ihr historisches Aussehen wieder in den Vordergrund rückte.

2012 wurde die eigentliche Kapelle, die sich im östlichen Teil des Gebäudes befindet, aufwändig renoviert. Die evangelische Kirche nutzt dieses Gotteshaus gerne, da es durch seine Lage auch für ältere Mitbürger gut zu erreichen ist und für Gottesdienste zu Familienfesten einen besonderen Rahmen gibt.

Im Juli 2014 endete die gemeinsame Geschichte der Original Chattengauer und des Spittels. Die Räumlichkeiten der Musiker sind nun wieder in die Nutzung der evanglischen Kirchengemeinde übergegangen.  

Quelle: chattenmarkt.de / ev. Kirchengemeinde Gudensberg